Donnerstag, 23. Juni 2011

Das Deusterschloss in Kitzingen und seine Überbleibsel

Hoch überragt der Deusterturm das Häusermeer der Kitzinger Altstadt. Der Turm diente einst als Treppenhaus und Aussichtsturm im Deusterschloss.
Das Schloss wurde beim größten Luftangriff auf Kitzingen im 2. Weltkrieg am 23. Februar 1945 durch amerikanische Bomber fast völlig zerstört. Fast unbeschädigt überstanden hat nur der Turm das Bombardement. Die Außenmauern des Schlosses sind heute noch vorhanden und grenzen das Schlossgelände wie eh und je ein.
Von den einstigen Schlossgebäuden ist nichts mehr erhalten. Einige neuzeitliche Bauten bzw. Garagen wurden nach dem Krieg auf dem Schlossgelände errichtet. Die übrigen Freiflächen und der ehemalige Schlosshof dienen heute als Parkplatz für Angestellte des Kitzinger Landratsamtes.
Ins Innere des Schlosses gelangt man immer noch durch das teils rekonstruierte und in vereinfachter Form wiederaufgebaute Eingangstor.

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Der Ursprung des Deusterschlosses geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Damals diente das Schloss zunächst als Amtssitz der Markgrafen von Ansbach, später wurde es ein Teil des benachbarten Klosters und kam schließlich in den Besitz des Kitzinger Kaufmanns und Weinhändlers Karl Hornschuh. Durch Einheirat gelangte es schließlich an die Familie Deuster, nach der das Anwesen benannt wurde.
Im Deusterturm hat die Kreisgruppe Kitzingen des Landesbundes für Vogelschutz ihr Büro. Außerdem kann hier seit 1995 eine einheimische Vogelausstellung (immer Mittwochs von 17:30 bis 19:30 Uhr) besichtigt werden.
Unter dem Turm bis weit hinunter zum Main befindet sich ein bis zu 600 Jahre altes ausgedehntes System von Kellergewölben, die sogenannten Deusterkeller, die zum Einlagern von Wein und später Bier genutzt wurden.
Im 2. Weltkrieg dienten die Keller teilweise auch als öffentlicher Luftschutzbunker.
Seit einigen Jahrzehnten sind die Keller großteils ungenutzt. Nur in einem kleinen Abschnitt dienen sie heute als Sektkellerei.
Die Deusterkeller sind einmal im Jahr geöffnet. Am Tag des offenen Denkmals sind sie auf Initative des Vereins „Die Deusterkeller e.V.“ für die Öffentlichkeit zugänglich.
Der Zugang in die Keller bzw. zum Deusterturm liegt am Hindenburgring Nord in Kitzingen.

Samstag, 28. Mai 2011

Würzburger Lokschuppen am Fuße des Steinbergs mit kleinen Flakturm

Von den ehemals 3 Lokschuppen - Lokrotunden des Würzburger Hauptbahnhofes sind heute noch zwei erhalten. Erbaut wurden die Lokrotunden Ende des 19. Jahrhunderts. Die Gesamte Anlage mit den 3 halbrunden Hallen war symmetrisch ausgerichtet auf den zweiten Würzburger Bahnhof, der 1865 errichtet wurde für den rasch zu klein gewordenen ersten Bahnhof (Standort des heutigen Stadttheaters). Der Würzburger Hauptbahnhof wurde im 2. Weltkrieg stark zerstört, abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Einziges Überbleibsel des 2. Bahnhofs ist der Kiliansbrunnen.
Auch die 3 Würzburger Lokschuppen wurden im Krieg mehr oder weniger stark beschädigt. Am glimpflichsten kam noch Bau 1 davon, er ist heute wohl noch weitestgehend im Originalzustand erhalten, abgesehen von Ausbesserungen im Dachbereich nach Kriegsende.
Lokschuppen 3 wird seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt und ist dem Verfall preisgegeben. Allen drei Lokschuppen vorgelagert waren je eine Drehscheibe auf denen die Lokomotiven zur Wartung in die Hallen rangiert werden konnten. Schön zu erkennen sind im Lokschuppen Haus3 noch die Rauchabzugsschächte für den Dampf der Lokomotiven.
Der gesamte Bau ist durch Vandalismus und den Zahn der Zeit stark mitgenommen. Dieses Denkmal der Industrialisierung wird wohl bald für immer verloren sein. Seit einiger Zeit gibt es Pläne der Bundesbahn, das Gelände zu verkaufen und die zwei noch verbliebenen Lokschuppen abzureißen.


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Der mittlere Lokschuppen (Bau 2) wurde bereits in den 50ziger Jahren abgerissen und war wohl am stärksten kriegsbeschädigt.
Genutzt wird heute noch teilweise die Lokrotunde Bau 1. Sie war ebenfalls im Krieg beschädigt worden, wurde aber weitestgehend in ihrer ursprünglicher Form wiederaufgebaut:

Einige Gebäude um den Gebäudekomplex der halbrunden Würzburger Lokschuppen sind heute ebenfalls renovierungsbedürftig, einige werden oder wurden jüngst renoviert. Andere wurden veräußert an Firmen die sich dort angesiedelt haben.

Oberhalb der Lokschuppen befindet sich zur Nordtangente hin ein kleiner Flakturm. Dieser im Krieg errichtete Backsteinturm hat drei Maschinengewehr-Schießscharten, von diesen konnte das Bahngelände gegen Tieffliegerangriffe gut bestrichen werden. Bei der Größe des Turms erscheint es unwahrscheinlich, das hier auch eine Flugabwehrkanone bzw. eine Vierlingsflak installiert gewesen war


Wie eine Lokrotunde in Betrieb funktioniert, kann man hier im Video sehen >>>
Einen guten Bericht über die Würzburger Lokschuppen kann man auch hier finden >>>

Freitag, 13. Mai 2011

Burgruine Scharfeneck über Oberscheinfeld

Bei Oberscheinfeld im westlichen Steigerwald erhebt sich der Bergfried der Ruine Scharfeneck.
Die Burganlage, eine typische Sporenburg, ist durch einem tiefen Halsgraben vom restlichen Teil Berges getrennt. Der Graben ist auch heute noch teilweise erhalten.
Außer dem Bergfried lässt sich kein aufgehendes Mauerwerk mehr finden.
Der Bergfried wurde in den 70ziger Jahren restauriert und mit einer ebenerdigen Eingangtüre versehen. Seither dient er als Aussichtsturm, der aber meist nur selten (sonntags) geöffnet ist.
Wer die Burgruine besuchen will, sollte zunächst mit dem Auto durch Oberscheinfeld Richtung Prühl fahren. Unmittelbar nach dem Ortsende von Oberscheinfeld führt eine beschilderte Straße bzw. Feldweg bis zum Waldrand. Hier folgt man den Wanderweg (Blaues Dreieck) aufwärts. Auf halben Weg durch den Wald trifft man zunächst auf die Quelle "Zum Brünnle".

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Auf Ortsfremde vermittelt das verschlafene mittelfränkische Oberscheinfeld den Eindruck, als wäre hier die Zeit vor einigen Jahren nahezu stehen geblieben. Aber in der heutigen, hektischen und ruhelosen Zeit vermittelt das Dorf eine wohltuende ruhige und idyllische Atmosphäre.
Einmal im Jahr erwacht die Ortschaft richtig zum Leben durch die Initiative des emsigen 1. Bürgermeisters Popp findet hier ein gut besuchter Handwerker, Bauernmarkt und Kunstmarkt an einem Sonntag im Mai statt. Auch in diesem Jahr wird unser Kunstkistle  wieder mit einen kleinen Marktstand an diesem Markt teilnehmen, der am 22. Mai 2011 stattfindet.

Freitag, 29. April 2011

Osterausflug nach Lauterburg (Lauterbourg) ins Elsaß (Elsass-Lothringen)

Lauterburg in der Nähe von Karlsruhe gilt als die östlichste Gemeinde Frankreichs.
So ging es, schon einmal an Ostern zu Besuch im Badener Land, per Fähre im Kübelwagen bei Neuburgweiler über den Rhein. Von hier aus weiter nach Neulauterburg (noch auf deutscher Seite) und über die kaum mehr sichtbare ehemalige Grenze ins französische Lauterburg.
Der nahe am Rhein gelegene kleine Ort ist heute eher als Lauterbourg bekannt, dank französischer Assimilationspolitik. So wurde auch hier, wie meist im gesamten Elsass-Lothringen in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg Deutsch und Elsässisch nach und nach verdrängt. Eine Autonomie bzw. eine Provinz mit offizieller Zweisprachigkeit ähnlich wie Südtirol war nicht erwünscht.
Trotzdem hat das Elsass heute ein besonderes Flair, die Dörfer wirken einfach viel bunter und gastfreundlicher als jene auf der anderen, eben deutschen Seite des Rheins.
Viel Interessantes zur Geschichte des Elsass kann man auch hier lesen >>> - wer weiß z. B. heute noch, dass die Lothringer eigentlich dem Volksstamm der Franken angehören und die Elsässer eigentlich auch Schwaben sind?
Trotz vieler Zerstörungen in der Vergangenheit haben sich in dem kleinen Städtchen einige wenige Teile der Stadtmauer erhalten. Die Stadtmauer stammt aus dem 15. Jahrhundert und verfügte in jener Zeit über 15 Türme, heute steht lediglich der Metzgerturm (Tour des Bouchers) und einige Mauerreste. Bis 1761 diente der Metzgerturm als Gefängnis.

Freitag, 22. April 2011

Wanderfalken auf der Ruine Stollburg im Handthal bei Oberschwarzach

Bei unserem Ausflug ins idylische Handthal des Steigerwaldes besuchten wir die in 450 Meter Höhe liegende Ruine der Stollburg.Viele viele Treppen waren zu besteigen, dann erschien tief im Wald der Rest des ehemals 8-eckigen Bergfrieds. Leider waren die Laubbäume um die Ruine schon ziemlich weit ausgeschlagen und so waren Aufnahmen von der Gesamtanlage diesmal kaum möglich.
Ein Projekt der Initiative "Artenschutz im Steigerwald" bietet den Wanderfalken seit einigen Jahren Nistmöglichkeiten in den Bergfriedresten der Stollburg an. Bisher erschienen dort auch schon einige mal die vom Aussterben bedrohten Wanderfalken, aber es nistete sich dort auch ein Waldkauzpärchen in vergangenen Jahren ein. Den letzten Bericht des Artenschutzes im Steigerwald in Sachen Stollburg kann man hier einsehen >>>
Bei unserem Besuch konnte wir zwar Greifvögel akustisch wahrnehmen, aber vor die Kamera bekam ich leider nichts, deshalb leider hier nur Bilder der von den Nistnischen.


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Heute kann man von der Ruine noch einen 14 Meter hohen Rest des Bergfriedes bestaunen. Der Bergried mit seiner achteckigen Form und seinen bis zu 2,5 m dicken Mauern, war sicherlich ohne Beispiel in der Region und 3 seiner Außenmauern haben sich bis heute erhalten. Weiter erhalten von der Burg sind noch kleinere Mauer- und Gewölbereste und ein halbverschütteter Kellereingang.
Auf der Stollburg wurde wahrscheinlich 1169 Walter von der Vogelweide geboren.
Die im 12. Jahrhundert von den Herren von Stollburg erbaute Burg wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört und nicht wieder aufgebaut.
Mehr Infos auch hier >>>
Die Burgruine erreicht man über die Bundesstraße 22 (Würzburg - Bamberg), hier zwischen Neuses am Sand und Ebrach führt eine Straße links ab nach Oberschwarzach und von hier aus weiter nach Handthal. Dort kann man bis zu Weinausschank am Stollberg hochfahren. Von hier aus führt ein Fussweg durch den Weinberg, weiter in den Wald nach oben.

Sonntag, 17. April 2011

Markanter Bergfried-Torso der Burgruine Schweinberg

Nach langer Zeit wieder mal ein Ausflug ins Tauberfränkische. Eigentlich waren wir unterwegs in Sachen Bruteierbeschaffung zur Blutauffrischung unserer Hühner, aber schon einmal in Tauberbischofsheim angekommen, machten wir gleich noch einen Abstecher über die B 27 Richtung Hardheim nach Schweinberg.
Immer noch stolz erhebt sich dort der markante Rest des Bergfrieds der Burgruine Schweinberg.
Erbaut einst von der Herren von Schwenenburg fiel die Burg nach deren Aussterben 1313 an die Grafen von Wertheim.

Ihre erste große Feuerprobe musste sie 1437 bestehen, als sie nach elftägigen Beschuss gegen ein Heer unter Würzburger Führung schließlich kapitulieren musste.
Wiederaufgebaut ging die Burg nach langem Gezänk zwischen den protestantischen Wertheimer Grafen und dem katholischen Bistum Würzburg schließlich 1601 in deren Besitz über.
Bei einem Vorstoß französischer Truppen 1637 wurde die Burg endgültig zerstört. Die Burg wurde nun zum Abbruch freigegeben.
Erhalten sind heute noch 3 Seiten des Bergfrieds. Seiner Verkleidung ist er innen wie außen beraubt worden. Nur am Sockel sind noch Teile der gleichmäßig behauenen Buckelsteinquader erhalten. Bis vor wenigen Jahren versperrte dichtes Strauch- und Buschwerk den Zugang ins Innere des Bergfrieds. Dieses ist aber jetzt beseitigt worden.
Weiter erhalten von der Burg sind noch einige Stütz- und Reste von Außenmauern. Am Zugang zur Burgruine über den Bergrücken befindet sich das ehemalige Burggehöft. Was heute vom Motorradclub „Wolfshaupt“ genutzt wird. Wer möchte kann bis hierhin mit den Auto bequem hochfahren.
Wer den Burgberg zu Fuß besteigen will, kann dies vom Ortskern aus tun. Hinter dem Rathaus am Brunnenplatz führt der Burgweg nach oben.

Dienstag, 12. April 2011

Vergessene Burgruine Schönarts - Eußenheim

Schönarts, ein kleines Dorf mit kaum mehr als 10 Häusern in der Nähe von Eußenheim (Landkreis Main-Spessart). Zugegeben dieser winzige Ort war mir bis vor 10 Jahren selbst nicht bekannt, wäre da nicht der Gärtnermeister "Toms Treibhaus", den wir hin und wieder besuchten.
Auf der Bundesstraße 26 von Karlstadt aus, am Ortsende führt der Weg den Berg hinauf Richtung Arnstein. Eine Seitenstraße führt nach ca. 8 km links ab nach Schönarts. Hier kurz vor Schönarts befindet sich ein Bahnübergang. Links davor geht ein Feldweg ab, wo man auch parken kann.
Eine Felsgruppe mit Hinweisschildern und ein kleiner Rastplatz befindet sich gleich dort.
Der kürzeste Weg hinauf zu einer Ruine? - na klar, immer steil bergauf.
Bei meiner Frühjahrs-Burgenruinentour 2011 mit meinem Töchterlein kein leichtes Unterfangen, denn fast 15 Kilo zusätzlich zu tragen steil bergauf auch kein Pappenstiel.
Aber schließlich hatten wir es ja doch geschafft, hinauf und noch schwieriger wieder hinab.
Von der Ruine „Alte Burg“ erhalten ist noch der Rest einer Außenmauer, die Fundamente des Bergfrieds, auch kann man noch Wälle des Burggrabens zur Hangseite vorfinden.
Es gibt nur wenige geschichtliche Überlieferungen von der Burg. Im Jahre 1258 begannen die Henneberger mit dem Bau des „Castrum Schonenhart“. Doch der damalige Bischof des Hochstift Würzburg (Iring von Reinstein) lies den Bau einstellen und gar abbrechen, da er ihn als eine Gefahr für die Vorherrschaft des Bistums in der Region Karlstadt ansah.
Danach verlieren sich die Spuren über das weitere Schicksal Burg, vermutlich wurde sie aber wieder aufgebaut. Wann sie endgültig zerstört wurde oder zur Ruine verfiel bleibt wohl für immer im Dunkeln der Geschichte.